Die Kulturspelunke Rumbalotte continua
eröffnete am 17. September 2010. Seither scheiden sich die Geister auf ein Neues ...
Täglich ab 16 Uhr geöffnet. Sonnabend, Sonn- und Feiertag ab 18 Uhr.
Gegenseitige Hilfe in der Entwicklung des Flugwesens und der Raumfahrt
Die Teilnahme am öffentlichen Getränkeverzehr
erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
Jeder Teilnehmer einer Geselligkeit hat sich so zu verhalten,
daß kein Anderer geschädigt, gefährdet
oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar,
behindert oder belästigt wird.
Auf die Fresse ist die andere Seite der Medaille.
„Der Gesellschaftsgeier, einer der stärksten [Schluckspechte],
hat seinen Namen von seiner Liebe zur Gesellschaft.
Sie leben in großen Scharen
und lieben entschieden die Gesellschaft; Scharen von ihnen
vereinigen sich bei ihren Hochflügen zum Vergnügen. […]
‚Ich habe in einer [Spelunke][1] bisweilen zwei bis drei Horste gesehen,
einen dicht bei dem anderen.‘“[2]
Bahn frei für das Mutterschiff! „Zum Weltraumtrajekt,
gelenkt von Willen des Anarcho-Biokosmisten-Immortalisten,
muß die Erde werden. Wir sind mehr als schockiert, daß die Erde wie eine Ziege
am Strick des Hirten Sonne ewig ihre Kreisbahn zieht. Es ist an der Zeit,
dem Idafeld einen anderen Weg vorzuschreiben. Und es wäre auch angebracht
und an der Zeit, in den Lauf der anderen Planeten einzugreifen. Man darf nicht länger
nur Zuschauer sein, sondern muß aktiver Teilnehmer am kosmischen Leben werden.“[3]
Merkantile Ventile, erdenkliche Marktschliche,
asthenische Jungfernfische, saturierte Uraufgeführte
neppen Käuferinnendeppen; orthologisch ––– Nemesis.[4]
Die schlingernde Umlaufbahn
der ausgleichenden Gerechtigkeit
wird vom Großen Meßfehler gesteuert;
kann jedoch durch entsprechende Revolution stabilisiert werden.
Das grelle Licht gewaltsamer Liebe bricht – und unterbricht.
Zerstöre mit Gewalt! Und El, Ausbund von Unaufhörlichkeit
und Witzen, geußt sich drittens kaputt bis unter den Dutt.
Und die Liebe der Votzen schürt sein Blitzen.
Und der triefende Einschlupf, der Verheerung gewiß.
Und gewiß das Ungestüm seines Verlangens!
Und die Verwüstung! Überströmt von Fülle! 7 mal 77 mal![5]
Das Entzücken Gottes juckt und lindert. Stolzes Entzücken vermindert und lindert.
Frohlocke! Und die Macht zuckt hin und her in der höchsten Höhle von Jah.
Brenne! Und die Macht zuckt rein und raus, will einen vernichtenden Absturz.
Die Hand unserer Ausrottung der Größe von El reicht ins Innerste
des Beckens deines Verlangens.
Völlige Blöße sucht seinen Blitz, und El – der Schamstrich – feuchtet die Macht
mit Wasser und dem Matsch der Votze. 7 mal 7 mal 7 mal![6]
„Erloschene Sonnen zerfallen zu Staub, doch später entstehen
aus ihrer pulverisierten Materie wieder strahlende Sonnen. […]
Bei diesen Prozessen der periodischen Zerstörung und Wiederherstellung
von Himmelskörpern und Molekülen werden alle ihre Bestandteile vermischt.
Sonnenatome gehen in Planeten über, Planetenatome geraten ins Innere der Sonnen,
und dies geschieht ständig.“[7] – „Die Reisenden waren wie in Verzückung.
Es herrschte Totenstille“[8] auf der zugigen Brücke des Photonenschiffes Malatesta.
Dann plauzt der Chronist los: „Dör tau! – Zu spät, jetz is der janze Puder in’ Exhauster.
Jib ma ’n paar Pillen rüber.“ Der beschwipste Maschinist beschwichtigt: „Jute Nacht,
Sandmann; schmeiß wenichstens die letzte Prise vonne Wiese über de linke Schulter.
Ick jeh ma ’ne Handvoll Pillen, Pastillen und Kanülen ausn Lager holen.“ –
„Und bring ma ’ne Stieje Stierbier mit. Für Immortalismus und Interplanetarismus,
seid bereit!“, raunzt der Chroniker noch. „Immer breit! Und ’ne Dose Kondensmilch
Immerjut“, murmelt det einjespielte Maschien’schwein jenervt vor sich hin.
„Entweda qualmen oda pudern, det is de Rejel bein Rudern“,
resümiert der Chronische und intoniert die Bordhymne:
„Kann ja sein, wa brauchn ’ne Ewichkeit,
kutschiern rum inne Unendlichkeit,
komm’ wa an, komm’ wa zu spät.
Und haut kurz vorn Ziel der Käppn in’ Sack,
find sichn andrer – wir sind alle uff Zack.“[9]
Nachdem det Nachschubproblem jelöst ist, kommt ooch der Käppn ausn Pott:
„Jetz, wo wa schon mal jelandet sind, kann icks euch ja sagen:
Jute Planetn sin schwer zu findn. Aba der da sieht wie eina aus.
Chronika, jeh du ma raus. Sieht so aus, die Spelunke macht gleich auf.“ –
„Na jut, Alta, der Jesellschaftsjeier is jelandet. Ihr könnt jetz rauskomm’,
anne Tür steht: Ruhm und Ehre der baltischen Weltraumflotte, und irjentwat
unleserlichet. Und denn noch: Hier scheidn sich die Jeista. Ab sechzehn Uhr jeöffnet.[10]
Hut ab, drinne tobt ’ne Saalschlacht.“ Fluß-Bastian fleht um Streit,
prallt an Florian Günther ab und krallt sich in Egon Kenner,
der den Barhocker schwingt – und Mareile eine gongt,
die doch bloß Skat kloppen wollte: Pachanga, Charanga, Tatschanka;
Sprattus sprattus schmeißt sich auf Rattus rattus, und die zahnlose Minka
an Rabinga ran, Immekeppel ohne Schamstrich tuschelt mit Avenstroup
Krebse, Kraken und Karauschen … ein Unbewaffneter schießt um sich.
„Ein Mythos ist die Beschreibung eines tatsächlichen Ereignisses
aus der Perspektive eines Dummkopfs – literarisch bearbeitet von einem Dichter.“[11]
Verfasser bin ich, und mach ein Faß auf; fehlen mir die Worte, schlag ich den Boden raus.
Vernunft ist der Abgrund – keine Zukunft ohne Unvernunft, die säkularisiert werden muß.
„Fahne des Greifen, Bann von Tod und Leben, deine Weisung der Schöpfung“[12]
wirkt wie Splitterbombe mit Zuckerguß; vertrauenswürdig sind die Menschen nich’;
„Den Himmels=Bau entwirfft der kleinen Kugel Riß; / Mir ist die kleine Schoß ein irrdisch Paradiß.“[13]
[2]Aus: Peter Kropotkin. Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Autorisierte deutsche Ausgabe besorgt von Gustav Landauer. Unverkürzte Volksausgabe. Verlag von Theod. Thomas, Leipzig, 1908, S. 19 f. Kursivierungen vom Autor/Kompilator/Innovator.
[3] Leicht bearbeitet, aber im Sinne der Sache, nach einem Auszug aus Alexander Swjatogors Manifest Die biokosmische Poetik (Prolog oder Erster Grad) in der Übersetzung von Dagmar Kassek. In: Boris Groys, Michael Hagemeister (Hg.). Die Neue Menschheit. Biopolitische Utopien in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Suhrkamp, 2005, S. 393-398, hier 393 f.
[4] Das kommerzielle Sonnensystem ist eine Eselsbrü>
[5] Freie Übersetzung der Inschrift auf einem Runenstein in Björketorp (Blekinge, Schweden) nach dem Hebräischen (Quelle: http://home9.swipnet.se/~w-93783/Bjorketorp/bjorketorp2.html, 27. 8. 2010). Der Theorie des norwegischen Theologen und Linguisten Kjell Aartun (geb. 1925) folgend, expandierte die minoische Hochkultur Altkretas nach Skandinavien. Relikte dieser Kultur, die ursprünglich semitischen Ursprungs war, sind die Inschriften auf den ältesten Runensteinen Skandinaviens, die Aartun weit vor unsere Zeit datiert. Diese wurden bislang falsch gelesen und interpretiert, seien eigentlich in Aramäisch bzw. Althebräisch verfaßt und schilderten zumeist erotische Kulthandlungen.
[6] Freie Übersetzung der Inschrift auf einem Runenstein in Stentoften (Blekinge, Schweden) nach dem Hebräischen (Quelle: http://home9.swipnet.se/~w-93783/Bjorketorp/bjorketorp2.html, 27. 8. 2010).
[7] Aus Konstantin Ziolkowskis Text Neue Erkenntnissphären. In: Die Neue Menschheit (s. Anm. 3), S. 364-378, hier S. 365 f.
[8] Aus: Konstantin E. Ciolkovskij. Außerhalb der Erde. Wilhelm Heyne Verlag. München, 1977, S. 130.
[9] Nach einem Liedchen aus der Erzählung Infra des Drachen von Georgi Gurewitsch. Deutsch in: Der Bote aus dem All. Erzählungen sowjetischer Schriftsteller. Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, [1960]. Der Originaltext lautet: Может быть, необходима вечность, / Чтобы всю изведать бесконечность, / И, до цели не успев дойти. / Капитан покинул нас в пути. / Но найдутся люди, если надо… In Hochdeutsch etwa: Kann sein, wir brauchen eine Ewigkeit, / zu kutschen in die Unendlichkeit / und kommen immer noch zur Unzeit. / Verläßt uns kurz vorm Ziel der Kapitän, / finden sich andere, es muß ja weitergehn.
[10] Sonnabend, Sonn- und Feiertag ab 18 Uhr.
[11] Aus: Arkadi und Boris Strugatzki. Das Experiment. In: Werkausgabe, 2. Band, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2010, S. 844.
[12] Frei nach dem sog. „Charm of Making“, den Merlin in dem Film Excalibur von John Boorman zelebriert. Der „frei erfundene“ Spruch ist in Altirisch formuliert und lautet: anál nathrach, orth’ bháis’s bethad, do chél dénmha [a’na:l naθ’rax, u:rθ va:s be’θud, dox’je:l ’djenve]. In modernem Englisch: Serpent’s breath, charm of death and life, thy omen of making. Quellen: http://en.wikipedia.org/wiki/Excalibur_%28film%29 (21. 7. 2012), http://www.evertype.com/misc/charm.html (21. 7. 2012).
[13] Aus: Die Schöne Kleine. In: Hans Aßmann von Abschatz. Alexandri Adimari übersezte Scherz=Sonnette oder Kling=Gedichte über die auch bey ihren Mängeln vollkommene und Lieb=würdige Schönheit des Frauenzimmers. In: Poetische Übersetzungen und Gedichte. Leipzig und Breßlau bey Christian Bauch Buchhändl. Anno MDCCIV.
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